Wer sagt denn, dass der Parkplatz Wunder ein Schmutzfleck bleiben muss? So denken nur notorische Pessimisten, die aus der Ablehnung des vorliegenden Umbauplans so eine Art Weltuntergangszenario basteln wollen. Das hat ja im Augenblick Konjunktur und ist vielleicht auch nur Ausdruck einer beleidigten Leberwurst.
Man kann das auch als Neuanfang sehen, an dessen Ende ein schöner Platz, nun glücklicherweise mit all den großen alten Bäumen entstehen kann und wird.
Ich sehe die Entsorgung der bisherigen Pläne als eine Befreiung von planerischen Zwängen und den wieder erlangten Respekt vor den fast 12.000 Neumarkter Bürgern, die mit dem Bürgerentscheid klar und unmissverständlich ihre Wünsche ausgedrückt haben.
Da denkt sich jemand einen Plan aus, in dem Bäume in militärischer Formation stehen müssen, dazu passend an deren Front ein schnurgerader Leitgraben mit hohen Böschungen, dem die alten Bäume im Weg stehen. Dazu ein Spielplatz in der prallen Sonne, der mangels Schatten sicher an Sommertagen nicht zum Verweilen mit kleinen Kindern einlädt.
Nicht die Baumfreunde haben den unglücklichen Plänen der Stadtverwaltung mit seinem Planungsbüro den Garaus gemacht und sie sind auch nicht „spät aufgewacht“, wie uns ein Kommentator weismachen will.
In der Vorbereitungszeit des Bürgerbegehrens haben wir ein ganzes Jahr um ein Gespräch mit Verwaltung und Planungsbüro gebeten. Das wäre die Zeit gewesen, in der man mit Kompromissen von allen Seiten vielleicht ein Konzept erarbeiten hätte können. Erst nachdem dann die endgültige Absage zum Gespräch vom OB gekommen war, haben wir die Unterschriften zum Bürgerbegehren eingereicht und dann ging es eben seinen gesetzlichen Gang und die Bürger hatten das Wort.
Der „Gammel Look“ des oberen Stadtparks hat seine Ursprung allein darin, dass man ihm keine Pflege angedeihen ließ. Im oberen Teil ist also nur Pflege und Erneuerung der Wege angesagt. Das sind Maßnahmen, die die Stadt auch ohne Zuschüsse bewältigen kann und muss. Ansonsten wissen unsere Bürger ihre grüne Lunge sehr zu schätzen. Weitere kostspielige Ein- und Umbauten sind nicht erforderlich. Selbst wenn man sich Konzerte auf der Wiese vorstellt, steht dem nichts im Wege.
Dass jetzt eine Zeit des vorübergehenden Stillstands eintritt, ist als Chance zu begreifen und nicht als Untergang einer vermeintlich guten Idee. Ich begrüße diese Zeit des Nachdenkens ausdrücklich und hoffe, dass, wenn erst mal Gras über die Sache gewachsen ist, auch unsere Verwaltung mitsamt des OB in der Lage sein wird, mit uns an einem Tisch eine andere Umgestaltung des Wunderparkplatzes auf den Weg zu bringen.
Nicht der nicht wissende Bürger hat die Gestaltung des Wunderplatzes zu Fall gebracht. Es war die Sturheit der Planbefürworter, die nicht in der Lage waren, die Bürger und die Andersdenkenden mit ins Boot zu holen. Jetzt beginnt die Zeit der konstruktiven Besinnung. Wir werden unseren Teil dazu beitragen und der Stadtpark wird zu einem bürgerfreundlichen Juwel erstrahlen.
Ursula Plankermann, Mitinitiatorin des Bürgerentscheids und Baumpatin
26.07.20
„Aufruhr“ wegen Nachverdichtung?
An der Saarlandstraße soll ein Komplex mit acht Wohnungen auf dem Grundstück eines früheren Einfamilienhauses errichtet werden
Foto: Madeisky
NEUMARKT. Nachverdichtung statt Ausweisung neuer Baugebiete - was grundsätzlich erwünscht ist birgt nach SPD-Meinung auch Nachteile.
Heiß diskutiert wird in Neumarkt das Problem im sogenannten „Gartenviertel“ im Bereich Saarlandstraße, wo auf dem Grundstück eines ehemaligen Einfamilienhauses ein Neubau mit acht Wohnparteien entstehen soll.
In Zeiten hoher Grundstückspreise und Wohnungsknappheit kommt der Nachverdichtung in dünn bebauten städtischen Wohngegenden eine besondere Rolle zu, hieß es bei der letzten Sitzung der SPD-Stadtratsfraktion, für die die Schaffung von Wohnraum eines der zentralen Themen im Kommunalwahlkampf war. So werde derzeit auch in Neumarkt an vielen Stellen im Stadtgebiet nachverdichtet.
Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass mit der Verdichtung eines bestehenden Wohngebiets auch „immense Nachteile“ einhergehen können, hieß es bei der Sitzung. Wenn nämlich für den Neubau hochpreisigen Wohnraums die Grenzen der örtlichen Infrastruktur erreicht werde und gesteigerter Autoverkehr und Parkplatznot die Lebensqualität im Quartier einschränke, könne das zu sozialen Spannungen führen und die Nachbarschaft in Aufruhr versetzen.
Genau das passiere gegenwärtig im Neumarkter Gartenviertel, ausgelöst durch das Bauvorhaben auf dem Grundstück Saarlandstraße 34. Hier soll auf dem Grund eines ehemaligen Einfamilienhauses ein Neubau für acht Wohnparteien entstehen.
Auf Einladung der um ihr Umfeld besorgten Anwohner informierte sich die Stadtratsfraktion der SPD vor Ort über die Situation in der Saarlandstraße. Viele Anwohner nutzen die Gelegenheit, ihre Bedenken hinsichtlich des „riesigen Bauprojekts“ zum Ausdruck zu bringen und die Stadträte um Unterstützung ihrer Anliegen zu bitten. Dabei wurde unter anderem vorgetragen, dass der gewachsene Baumbestand an für das Viertel charakteristischen Föhren vom Bauträger bereits ohne Genehmigung entfernt worden sei.
Man könne die Anliegen und Bedenken der Bürger des Gartenviertels „sehr gut nachvollziehen“ und unterstütze deren Forderung nach einer der Nachbarschaft angemessenen Bebauung auf dem Grundstück, hieß es von den SPD-Stadträten.
Nachverdichtung ist aus Sicht der SPD-Stadträte durchaus wichtig und richtig. Jedoch dürfe diese nicht zu einer „reinen Gewinnmaximierung für den Bauträger verkommen“. Mit Augenmaß müsse auf Naturverträglichkeit wie auch auf die Akzeptanz in der Nachbarschaft Rücksicht genommen werden. Nur so sei eine nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtplanung möglich.
07.07.20
Stagat führt SPD-Fraktion
Günther Stagat (l.) und Andre Madeisky führen künftig die SPD-Fraktion
NEUMARKT. Günther Stagat ist der neue Vorsitzende der Neumarkter SPD-Stadtratsfraktion und damit Nachfolger von Ursula Plankermann.
Die Stadtratsfraktion wolle sich neu aufstellen, hieß es: Mit Günther Stagat (59) übernimmt ein langjähriges und erfahrenes Stadtratsmitglied den Vorsitz der Fraktion. Sein Stellvertreter ist der Studienrat Andre Madeisky (37), der erst heuer in den Neumarkter Stadtrat eingezogen ist. Beide kennen sich seit vielen Jahren und haben im vergangenen Wahlkampf eng zusammengearbeitet.
Für die Zukunft hat sich die Fraktion - der außerdem die zweite Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger, Ursula Plankermann sowie Gisela Stagat angehören - vorgenommen, Themen aus dem Wahlkampf voranzubringen. So habe man bereits damals das Thema Autokino auf die Tagesordnung gebracht. Besonders wichtig sei den fünf Stadträten die Stärkung der Neumarkter Radfahrer sowie die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in der Stadt.
Auch der direkte Kontakt zu den Bürgern soll in den nächsten Jahren deutlich intensiviert werden. Im Rahmen verschiedener Veranstaltungen will man näher an die Bürger heranrücken. Bereits im Wahlkampf hätten Stagat und Madeisky auf den Wahlkampf an den Haustüren gesetzt, der bei den besuchten Bürgern sehr gut aufgenommen worden sei und viele direkte Gespräche ermöglicht habe. Dies soll auch zukünftig im Rahmen sogenannter "Roter Samstage" fortgeführt werden.