NEUMARKT. Die umstrittene Wohnanlage in der Saarlandstraße wird wohl kommen - aber ohne der ausdrücklichen Zustimmung des Neumarkter Bausenats.
Das erklärte SPD-Stadträtin Ursula Plankermann in einer Stellungnahme. Sie widersprach damit Berichten in anderen Zeitungen, daß der Bausenat dem vor allem von der SPD kritisierten Bauprojekt (wir berichteten) zugestimmt habe.
Vielmehr hatte der Bausenat in dieser Frage gar nichts zu „gackern“, sei ihr in einer früheren Bausenatssitzung von OB und Bauamt mitgeteilt worden. Da es keinen Bebauungsplan für das Gartenviertel gebe liege die alleinige Entscheidung bei der Verwaltung.
Sie sei zwar grundsätzlich auch für Nachverdichtungen, aber es dürfe nicht sein, dass durch die Verdichtung gewachsene Wohnviertel völlig ihren Charakter verlören und wie im Gartenviertel wertvolles Grün verloren gehe, schreibt Plankermann in ihrer Stellungnahme.
Das Gebiet an der Saarlandstraße sei vom Bauunternehmer schon vor Erteilung des Baurecht „abgeräumt“ worden, „damit man nicht mehr erkennen kann, wie grün das Areal vorher war“. Ob da Bäume drauf standen, die eventuell nach der Baumschutzordnung ersetzt werden müssen, sei „unserem Bauamt wohl völlig egal und vom Umweltamt war auch nicht zu hören“.
Das Gartenviertel werde wohl noch lange nicht zur Ruhe kommen, glaubt Plankermann. In der direkten Umgebung des mächtigen Neubaus stünden noch etliche kleine Häuser auf großen Grundstücken, die nur darauf warten, ebenso verdichtet zu werden. Das jetzt entstehende große Bauwerk diene dann natürlich als Vergleich und sei der Präzedenzfall für weitere Großbauten.
Plankermann: „Dass dann zukünftig noch von einem Gartenviertel gesprochen werden kann, ist wohl eher nicht der Fall“.
10.09.20
„Trial-Park“ für Mountainbiker
Die SPD bringt einen Trail-Park für Mountainbiker ins Gespräch
Foto: Pixabay
NEUMARKT. Die Stadt Neumarkt benötigt nach Meinung der SPD-Stadtratsfraktion dringend einen Trail-Park für Mountainbiker.
Damit würden sie nicht mehr zur Gefahr für Spaziergänger, Wanderer und Wildtiere werden, hieß es bei einer Sitzung, in der es vor allem um das Thema „Freizeit“ ging.
Dabei wurde Neumarkt als „wunderbare und lebenswerte Stadt“ zuerst einmal über den Schellnkönig gelobt. Häuser und Straßen seien gepflegt, Kindergärten und Schulen grundsätzlich gut ausgestattet und während westdeutsche Städte ihre öffentlichen Bäder schließen müssen, werde hier ein großes neues Ganzjahresbad gebaut. Die Arbeitslosenquote in der Stadt sei gering, bei gleichzeitig zahlreicher Ansiedlung attraktiver großer und kleiner Arbeitgeber.
Doch den vielfältigen Bedürfnissen der Bürger müsse Rechnung getragen werden muss. Neben bezahlbarem Wohnraum benötige Neumarkt auch attraktive Möglichkeiten, um hier die Freizeit verbringen und gestalten zu können. Im Kommunalwahlkampf an den Neumarkter Haustüren habe die SPD eine Vielzahl an Anregungen und Ideen mit auf den Weg bekommen und wolle sich daher in den kommenden sechs Jahren nun auch dem großen Thema Freizeit annehmen.
Der Wunsch nach einem Trail-Park für Mountainbiker sei schon von mehreren Seiten an Sportreferent und Fraktionsvorsitzenden Günther Stagat herangetragen worden.
„Für Kinder und Jugendliche fehlen im Stadtbereich Skater-Parcours oder Beachvolleyball-Plätze“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Andre Madeisky. Auch der Kanal könnte stärker in die Freizeitaktivitäten der Stadt einbezogen werden: Auf dem ruhigen Gewässer könnten Hausboote als Übernachtungsmöglichkeit eingerichtet werden, auch ein Biergarten auf dem Wasser wäre eine tolle Idee. „In Berg gibt es so etwas schon“, sagte Stadträtin Gisela Stagat. „Auf den Hausbooten könnten Geburtstagsfeiern stattfinden, Radfahrer auf ihrer Tour am Kanal entlang könnten dort übernachten.“
In für einen Abend zu mietenden Grillhütten könnten die Bürger in gebührendem Abstand zu Wohnsiedlungen im Freien zünftig feiern.
Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger zeigte von den Ideen überzeugt und hat ihre Unterstützung zugesagt.
20.08.20
„Wählerwille mißachtet“
NEUMARKT. Die Ablehnung der Stadtpark-Umbau-Pläne am letzten Donnerstag durch die CSU wird von der SPD-Stadtratsfraktion hart kritisiert.
Dies lasse „an einer konstruktiven Zusammenarbeit zu diesem Thema im Stadtrat in den kommenden Jahren zweifeln“, sagte Fraktions-Sprecher Günther Stagat.
neumarktonline berichtete noch während der laufenden Stadtratssitzung über die überraschende Entscheidung, bei der sich die CSU fast einstimmig gegen die zuvor vorgestellten Pläne der Stadtpark-Umgestaltung stellte (Meldung hier). Nachdem sich bereits die frühere SPD-Fraktionssprecherin Ursula Plankermann in einem Leserbrief in neumarktonline äußerte, heißt es nun in einer Stellungnahme der SPD-Fraktion:
„Die Leidtragenden sind die Bürger, die in Mietwohnungen leben und keinen eigenen Garten besitzen, in den sie sich zur Entspannung und Erholung zurückziehen können“.
Die Aufwertung des Stadtparks rund um die Schanze sei ein wichtiges Anliegen der Neumarkter Sozialdemokraten gewesen – insbesondere, nachdem der von der SPD und dem Bund Naturschutz initiierte Bürgerentscheid deutlich gemacht habe, dass eine attraktive und naturnahe Gestaltung des Stadtpark auch bei den Bürgern große Relevanz besitze. „Gerade in der Corona-Krise hat sich gezeigt, wie wichtig attraktive Naherholungsgebiete für die Bürger sind, wenn Reisen ohne weiteres nicht mehr möglich sind“.
Nach der Ablehnung der ursprünglichen Pläne der Stadtverwaltung für den Park durch den Bürgerentscheid im Jahr 2018 war eine neue Planung durch das beauftragte Planungsbüro notwendig geworden. „Das Büro hat unsere Forderungen zu nahezu 100 Prozent umgesetzt“, sagt Stagat. „Daher gab es auch die einstimmige Unterstützung der neuen Pläne durch unsere Fraktion“.
Noch in der vorletzten Stadtratssitzung hatte sich SPD-Stadträtin Ursula Plankermann als Mitinitiatorin des Bürgerentscheids erfreut gezeigt, dass in den neuen Plänen immerhin 94 der ursprünglich zur Fällung vorgesehenen Bäume erhalten bleiben sollten.
Nach der Entscheidung am Donnerstag seien nun aber alle geleisteten Vorarbeiten und Diskussionen sowie damit verbundene Planungskosten „in Höhe von zigtausend Euro umsonst gewesen“. „Das Projekt ist nun erst einmal tot“, sagt Günther Stagat. Er befürchte, dass durch die Corona-Krise die Regierung der Oberpfalz künftig weniger Fördergelder verteilen könne, die Kosten für eine Neugestaltung gleichzeitig aber weiter steigen werde, so dass ungewiss sei, „ob sich die Stadt noch einmal an ein solches Projekt heranwagen wird“.
Vor diesem Hintergrund regt Stagat besonders die Argumentation „der Gegenseite“ auf, die die erhöhten Kosten durch die Konsequenzen des Bürgerentscheids ins Feld führe. „Hier haben sich einige Stadträte über den Wunsch von 12.000 Bürgern nach einer natürlich gestalteten grünen Oase in der Neumarkter Innenstadt hinweggesetzt – und das, obwohl sich bereits in den 90er Jahren ein ehemaliger CSU-OB von der CSU dazu bekannt hatte, den Wunderparkplatz in den Stadtpark zu integrieren“.
Dem Bürger werde nun hoffentlich klar werden, „welchen Stellenwert der Wählerwille bei den verschiedenen Parteien“ im Rathaus besitze, hieß es von der SPD. Die Genehmigung von Parkhäusern und Sicherung von Parkplätzen scheine „bei einigen jedenfalls deutliche Priorität gegenüber städtischen Grünflächen und Freizeitwert zu haben“.