Kirchen
Gäste aus Slowenien
NEUMARKT. Am Samstag wird der Chor
Cominum aus dem slowenischen Komen die Vorabendmesse um 18.30 Uhr in der Hofkirche gestalten.
Im Rahmen einer seit langem geplanten Chorreise durch Deutschland steht auch Neumarkt auf dem Programm. Die Mitglieder des Chores unter der Leitung von Ingrid Tavcar werden mit slowenischen und zum Teil auch lateinischen Liedern die Liturgie mit feiern.
Die Kontakte zwischen dem slowenischen Komen und der Stadt Neumarkt gehen auf bittere Kriegsereignisse im Zweiten Weltkrieg zurück. Damals wurden in Slowenien nach einem Partisanenüberfall nicht nur viele Männer erschossen, sondern auch etwa 500 Menschen nach Neumarkt in das Lager Wolfstein deportiert. Über den damaligen Kaplan in St. Johannes und späteren Pfarrer der Hofpfarrei, Ludwig Heigl, entstanden gute, helfende Kontakte, die bis heute immer wieder durch Briefe und gegenseitige Besuche aufrecht erhalten wurden.
Neben dem ehemaligen Bürgermeister Emil Silberhorn war auch Dekan Monsignore Richard Distler bereits zu Besuch in Komen.
Bei der Übergabe des Bronzemodells vom Lager Wolfstein im Friedenspark an der Wolfsteinstraße am 11. Juni dieses Jahres (
wir berichteten) hatte das Jugendblasorchester aus Komen die musikalische Gestaltung übernommen.
Nun macht sich der Chor
Cominum auf die Reise und wird am Samstag Nachmittag den Friedenspark Wolfstein besuchen, in der Kriegsgräberstätte am Föhrenweg der Toten aus Slowenien gedenken und auch am Grab von Stadtpfarrer Ludwig Heigl ein Zeichen der Dankbarkeit setzen.
Seit dem Jahr 2009 beteiligt sich Slowenien an der Internationalen Jugendbegegnung der Stadt Neumarkt, auch für die Jugendbegegnung 2010 hat sich eine Gruppe aus Slowenien wieder angemeldet.
01.09.10
Zeit für Besinnung
NEUMARKT. Kurzexerzitien bietet das Exerzitienreferat des Bistums Eichstätt vom 30. September bis 3. Oktober für alle an, die "nach einer Auszeit und nach einem persönlichen Weg suchen, sich mit Gott einzulassen".
"Damit sie Leben in Fülle haben" lautet das Motto des Kurses im Kloster St. Josef in Neumarkt. Die Kurzexerzitien sollen unter anderem helfen, ab und zu den Alltag zu unterbrechen, innezuhalten und Worte des Lebens zu hören. Der Kurs findet im Schweigen statt. Feste Bestandteile sind persönliche Gebetszeiten, Impulse in der Gruppe, Schrift- und Bildbetrachtung, ein Begleitgespräch pro Tag, die Feier der Eucharistie und Leibübungen.
Beginn ist am Donnerstag um 18 Uhr, Ende am Sonntag, gegen 13 Uhr. Begleitet werden die Exerzitien von Pfarrer Dr. Michael Kleinert, und Pastoralreferentin Christina Noe. Anmeldung unter Telefon 08461/606773.
pde
26.08.10
"Der Ort, wo Gott wohnt"
Von Dekan Monsignore Richard Distler
"Damit für Sie der Himmel offen bleibt, haben wir auf Erden viel zu tun", so lautete der Werbeslogan einer bekannten Luftfahrt-Fluglinie. Dass viele auf Erden viel zu tun haben, daran besteht kein Zweifel. Unser Zweifel gilt eher der Frage, ob der Himmel existiert und offen bleibt und ob uns da auch jemand empfängt, wenn wir sterben müssen. Tatsächlich hat es der Himmel des Glaubens schwer im Zeitalter der Luft- und Raumfahrt, in einer Zeit, in der wir mit den tollsten Weltraumteleskopen die fernsten Galaxien orten und betrachten können.
An diesem 15.August feiert die katholische Kirche das hohe Fest der Himmelfahrt Mariens. Aber Maria oder auch Jesus ist doch nicht in den Weltraumhimmel aufgefahren? Absolut nicht: Der Himmel des Glaubens ist nicht der Ort kalter Sterne und Gaswolken, sondern der Ort, wo Gott wohnt, der Ort innigster Gemeinschaft und Freude mit allen Engeln und Heiligen. In diese himmlische Gemeinschaft wird Maria am Ende ihrer Tage aufgenommen.
Das heutige Fest spricht von einem Leben, das total geglückt und gut angekommen ist. Anscheinend war dieses Leben dermaßen kostbar und wertvoll, dass es nicht dem ewigen Tod geweiht sein konnte, sondern allein nur dem Leben. Maria ist anscheinend ganz da, wo sie eigentlich hingehört. Es wird ihr die Nähe des Himmels geschenkt. Aber warum gerade ihr? Ist nicht jedes Menschenleben kostbar und wertvoll?
Genau darum geht es ja an diesem hohen Marienfesttag. Es geht um die Zusage Gottes, dass menschliches Dasein nicht sinnlos ist, sondern ganz wertvoll, weil es eine ewige Zukunft hat. Damit uns aber diese Zukunft geschenkt werden kann, brauchen wir eine Sehnsucht, die uns zum Himmel erhebt. Wer kennt das nicht: Das Grau des Alltags, Stress, Mutlosigkeit und schmerzliche Erlebnisse? All das zieht uns nach unten. Deshalb lautet das Motto des Festgottesdienstes, der an diesem Sonntag von jungen Frauen in der Neumarkter Hofkirche gestaltet wird: "Sehnsucht erhebt".
Der Blick zur "Frau am Himmel", wie Maria in der Geheimen Offenbarung genannt wird, kann Herz und Seele erheben. Es ist der der Blick auf Maria, das "große Zeichen am Himmel", das Gott der Kirche und der ganzen Menschheit geschenkt hat. Dieser Blick entlastet und befreit. Der Blick auf die mit Leib und Seele aufgenommene Muttergottes erlöst und erfreut. Er sagt uns, dass auch uns nicht das Verderben, sondern der Himmel blüht.
Maria ist das Zeichen der Hoffnung und des Trostes, dass nichts sinnlos ist, was wir auf Erden mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand und mit Liebe und Hingabe tun: Alles wird aufgehoben im Himmel, alles hat Ewigkeitswert. Oder um nochmals auf den Werbeslogan dieser Luftfahrt-Fluglinie zurückzukommen: Gott hat uns in Jesus und Maria den Himmel offengehalten, damit all das viele, das wir auf Erden an Gutem zu tun haben, nicht sinnlos, sondern voller Hoffnung ist und in einer ewigen Zukunft aufbewahrt wird.
Schon um das Jahr 440 ist der 15. August als "Tag der Gottesmutter Maria" bezeugt. Ab dem Jahr 580 wurde dieser Tag vor allem im Osten als Tag des "Heimgangs oder der Entschlafung Mariens" gefeiert, während sich im Westen ab dem 8. Jahrhundert die Bezeichnung: "Aufnahme der heiligen Maria oder Himmelfahrt Mariens" durchsetzte.
Papst Pius XII. hat dann im Jahr 1950 diesem ältesten Mariensfest mit der Verkündigung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel nochmals eine besondere Betonung und Würdigung gegeben. Er wollte ein paar Jahre nach dem Desaster des 2.Weltkriegs mit Millionen von Toten am Beispiel Mariens die
Sinnhaftigkeit und den hohen Wert eines jeden Menschenlebens vor Augen stellen, gewiss auch tröstend im Blick auf die derzeitigen Naturkatastrophen.
13.08.10
"Nicht Mixas Sohn"
NEUMARKT. Ein Pfarrer aus dem Raum Dietfurt ließ in mehreren Gottesdiensten erklären, daß er nicht der Sohn von Bischof Mixa sei.
Das Gerücht war aufgekommen, als der zurückgetretene Bischof das Frauenkloster in Fünfstetten als Ruhestands-Domizil genannt hatte - in dem schwäbischen Ort lebte bis 2007 der 46jährige Pfarrer, der nun im Raum Dietfurt einen Pfarreienverbund leitet.
Was zuerst hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde, stand plötzlich in der Zeitung: Der
Donaukurier verwies auf eine namentlich nicht genannte Frau, die den Pfarrer als "angeblich Mixas leiblichen Sohn" bezeichnete.
Der 46jährige Pfarrer aus dem Raum Dietfurt ging jetzt in die Offensive: in mehreren Gottesdiensten ließ er einem Bericht der
Abendzeitung zufolge das üble Gerücht dementieren. Das Geschwätz war offensichtlich nur wegen einer gewissen äußeren Ähnlichkeit der beiden Geistlichen aufgekommen. Sein wirklicher Vater sei gestorben, als er zwölf Jahre alt war und seine Mutter habe Bischof Mixa in ihrem ganzen Leben nicht persönlich kennen gelernt, ließ der Geistliche erklären.
Übrigens hat sich auch sein Nachfolger in Fünfstetten genau gegen das gleiche Gerücht wehren müssen: auch ihm war nachgesagt worden, ein Sohn von Bischof Mixa zu sein.
13.08.10
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