Gesundheit

Klinikum restlos belegt

NEUMARKT. Das Neumarkter Klinikum ist nicht zuletzt wegen der Grippe-Welle überbelegt und hat sich vorübergehend von der Rettungsleitstelle abgemeldet.

Die Bettenkapazitäten sind restlos belegt, hieß es am Mittwoch in einer Stellungnahme des Krankenhauses. Wegen der weiter hohen Zahl an Influenzafällen sei auch kurzfristig mit keiner deutlichen Besserung zu rechnen.


Dem Versorgungsauftrag entsprechend werde die Notfallversorgung aber weiter in vollem Umfang aufrecht erhalten bleiben können. Allerdings könne es vorkommen, dass geplante und nicht eilige Eingriffe verschoben werden müssen. Die betroffenen Patienten werden in diesem Fall vom Klinikum kontaktiert.

Die geburtshilfliche Versorgung ist davon nicht betroffen, hieß es.

Die Bevölkerung wurde gebeten, sich zunächst an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Telefon 116 117 oder bei lebensbedrohlichen Notfällen an die Rettungsleitstelle untzer Telefon 112 zu wenden.
21.02.18

Täglich 200 neue Grippe-Fälle


Zum Impfen ist es auch jetzt noch nicht zu spät. Auf unserem Archiv-Foto läßt sich Landrat Gailler im Gesundheitsamt eine Grippeimpfung verpassen

NEUMARKT. Das Neumarkter Gesundheitsamt spricht von einer "dramatischen Ausbreitung" der Virus-Grippe im Landkreis Neumarkt.

Nachdem in den vergangenen Wochen lediglich vereinzelt Virusgrippe-Erkrankungen dem Gesundheitsamt gemeldet wurden, wird seit der siebten Kalenderwoche ein sehr großer Anstieg an Influenza-Meldungen beobachtet, hieß es.

Die gemeldeten Influenzafälle betreffen jedoch nur Labormeldungen. Die tatsächliche Anzahl der an Influenza erkrankten Patienten liegt sicherlich wesentlich höher. Aktuell erkranken im Landkreis Neumarkt geschätzt täglich etwa 200 Patienten, teilte der Chef des Gesundheitsamtes Medizinaldirektor Dr. Werner Richter mit.


Bei der Virusgrippe (Influenza) handelt es sich um ein schweres Krankheitsbild mit plötzlichem Krankheitsbeginn mit hohem Fieber sowie typischen Symptomen wie Hals´schmerzen, Husten, heftige Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie teilweise lebensbedrohlichen Komplikationen wie zum Beispiel einer Lungenentzündung.

Die derzeitige Influenza-Epidemie wird ganz überwiegend durch einen Influenza B-Typ ausgelöst, der jedoch im Impfstoff für 2017/2018 nicht abgebildet war. Vielleicht ist dies auch der Grund dafür, dass derzeit die Grippewelle mit großer Heftigkeit grassiert, hieß es.

Da der weitere Verlauf der Influenza-Epidemie noch nicht absehbar ist, sei auch zum jetzigen Zeitpunkt eine Impfung noch zu empfehlen, jedoch mit einem verbesserten Impfschutz, der auch den aktuellen Influenza-Typ beinhaltet. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Die Impfung wirkt nach zehn bis 14 Tagen.

Impfen lassen sollten sich insbesondere chronisch kranke Menschen, Menschen ab dem 60. Lebensjahr sowie Schwangere. Wichtig ist eine Impfung auch für medizinisches Personal und Pflege-personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen, denn diese Personen stellen bei einer Erkrankung eine ideale Möglichkeit für eine Weiterverbreitung dar.

Es handelt sich bei den Influenzaviren um Erreger, die über Tröpfchen beim Husten und Niesen oder auch über die Hände beim Händekontakt übertragen werden. Das A und O ist daher in der derzeitigen Grippe-Zeit ein häufiges Händewaschen und soweit möglich, sollte vorübergehend auf das übliche Händeschütteln verzichtet werden, sagte Richter.

Bei Erkältungen mit Niesattacken sollte am besten in einen Ärmel und nicht in die Hände geniest werden. Größere Menschen-Ansammlungen sollten, soweit möglich, vermieden werden.

Um sich zu schützen, sollte man auch auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung achten. Insbesondere Vitamin C in Zitrusfrüchten sowie in der roten Paprika enthalten, dient der Stärkung des Immunschutzes.
20.02.18

Wird zu viel operiert ?


Dr. Hermann Böhm aus Duisburg, der zum 10. Mal als Referent teilnahm, Dr. Wolfgang Hönle, Prof. Dr. Alexander Schuh, Dr. Rüdiger Schmiedl, Dr. Thomas Schmickal (v.l.) bei der Tagung in Neumarkt

NEUMARKT. Orthopäden und Unfallchirurgen aus dem ganzen nord- und mittelbayerischen Raum trafen sich zu einem Symposium im Neumarkter Klinikum.

Eines der Hauptthemen der Tagung war der Vorwurf von "Politik, Krankenkassen und der Laienpresse", dass "zu viel operiert" wird.

Statistische Daten sollen belegen, dass es erhebliche regionale Unterschiede in der Häufigkeit von Hüft- und Knieendoprothesenimplantationen, Wirbelsäulenoperationen gibt, was möglicherweise "rein pekuniäre Ursachen" haben könnte, wie es bei dem Treffen hieß. Die medienwirksame Darstellung einer Bertelsmann-Studie und eines AOK-Reports hätten zu einer erheblichen Verunsicherung bei den Zuweisern, Patienten, aber auch den Operateuren und Kostenträgern geführt.

Mit dem Zweitmeinungsverfahren sei ein sicherlich sinnvolles Stilmittel eingeführt worden, wobei es noch erheblich an der strukturellen Umsetzung mangele. Laut Bertelsmann-Studie lägen für den wirbelsäulenchirurgischen Bereich im Landkreis Neumarkt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt niedrige OP-Zahlen vor.


Diese Zahlen würden einerseits "erfreuen", hieß es. Lese man die Reporte jedoch differenziert und berücksichtige die Stellungnahmen der Fachgesellschaften, müßten die Zahlen andererseits weiterhin kritisch hinterfragt werden. Im Rahmen des Symposiums versuchte man, zumindest einen "Teil der Verunsicherung" zu lösen.

Unabdingbar für niedrige Operationszahlen sei eine gute – leitliniengerechte – OP-Indikationsstellung und enge Zusammenarbeit des stationären mit dem niedergelassenen fachärztlichen, allgemeinärztlichen und physiotherapeutischen Sektor.

Die Fortbildungsveranstaltung für niedergelassene Ärzte und Klinikärzte war mit einem hochkarätigen Referententeam aus Klinik und Praxis besetzt, was die exzellente Zusammenarbeit zwischen dem niedergelassenen Bereich und dem Klinikum Neumarkt belegen würde. Landrat Willibald Gailler zeigte sich bei der Begrüßung erfreut, dass sich das Neumarkter Orthopädie- und Unfallchirurgiesymposium mittlerweile einen "exzellenten Ruf weit über die Landkreisgrenzen hinaus" erworben habe. Von dem hochkarätigen Referententeam profitierten schlussendlich die Patienten im gesamten Landkreis Neumarkt.

Eine Ausstellung mit Firmen, die für die Versorgung von Verletzungen und Erkrankungen verschiedene medizinische Hilfsmittel anbieten, rundete das Symposium ab.

Organisiert wurde das Symposium vom Muskuloskelettalen Zentrum am Klinikum Neumarkt unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Schuh sowie den Chefärzten der Orthopädischen Chirurgie, Dr. Wolfgang Hönle, der Unfallchirurgischen Klinik, Dr. Thomas Schmickal, der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie, Dr. Michael Janka, und Dr. Rüdiger Schmiedl von der Tagesklinik für Schmerztherapie.
09.02.18
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