NEUMARKT. „Arten-Vielfalt lohnt sich“ ist das Motto eines Spaziergangs, den die Grünen-Kreistagsfraktion im Raum Freystadt unternimmt.
Eine Vielfalt an Genen ermöglicht es, dass sich eine Art an veränderte Umweltbedingungen anpassen kann, indem die Individuen mit entsprechend "passender" genetischer Ausstattung überleben können. Auch die Vielfalt innerhalb eines Ökosystems hat eine ähnliche Wirkung. Je diverser ein Ökosystem, desto größer seine sogenannte Resilienz, also seine "Flexibilität", seine Widerstandsfähigkeit. Damit ist die Kapazität des Systems gemeint, Störeinflüsse und von außen induzierte Veränderungen so zu integrieren oder abzumildern, dass es sich zwar neu ausrichten muss, dabei aber dieselbe Struktur und Funktion (z.B. Ökosystemdienstleistungen) beibehält, so Kreisrat Erwin Ehemann. An seinem Hof in Oberndorf trifft man sich am Freitag, 3. Juli um 18 Uhr zu dem Artenvielfalt-Spaziergang.
Mit dabei ist auch Biologin
Marion Lang. Sie hat den Master „Science Umweltplanung und Ingenieurökologie“, an der Technische Universität München erworben.
Kreisrat Erwin Ehemann ist ein Pionier der blühenden Randstreifen auf Getreideäckern im Landkreis Neumarkt. Am Anfang belächelt, dann nachgeahmt, hat der die blühenden Insektenweiden an den Rändern der Äcker hoffähig gemacht. Vor allem der intensiv blau blühende Ackerrittersporn ist nicht nur eine Augenweide, so Ehemann.
Im Landkreis würden die Flächen der monotonen Maisäcker immer größer. Häufig fehlten die lebenswichtigen Farbtupfer der Blühpflanzen, kritisiert Dr. Roland Schlusche, Fraktionssprecher der Grünen. Man wolle die Landwirte und Bürger sensibilisieren und ermutigen, mehr Farbe und Vielfalt zu wagen.
25.06.15
In Altdorf informiert
NEUMARKT. Grüne Kreisräte informieren sich im neuen Hallenbad in Altdorf über
Größe, Belegung und neueste technische Ausstattung. Wir wollen
möglichst viele Informationen über das Thema "Schwimmbad für Schüler"
sammeln, bevor wir in die Entscheidungsphase im Kreistag eintreten, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Roland Schlusche.
Die Belegungszahlen im neuen Altdorfer Bad würden für den Landkreis Neumarkt auch ausreichen, meinte Johanna
Stehrenberg, Kreis- und Stadträtin. Nach dem Schulschwimmen wird das
Altdorfer Bad für die Bürger geöffnet. Dies sollte auf jeden Fall im
neuen Landkreisbad auch möglich sein, so Stehrenberg. Sie bevorzugt allerdings eine gemeinsame Lösung zwischen Kreis und Stadt - wie alle Mitglieder der Kreistagsfraktion - durch die Umsetzung eines Ganzjahresbades am jetzigen Badstandort.
Kreis- und Stadträtin Sigrid Steinbauer-Erler ist vor allem die
Barrierefreiheit des Bades wichtig. Behinderte Schüler sollen wirklich
ohne Barrieren am Schwimmunterricht teilnehmen und das Bad nutzen
können. Dafür müsste aber genügt Platz eingeplant werden. Schiebetüren
wären für Rollstuhlfahrer sehr hilfreich, so Steinbauer-Erler.
Dem Dietfurter Kreisrat Markus Reischl war die Wasseraufbereitung
wichtig. So viel Chlor wie nötig, so wenig wie möglich sollte die
Devise sein, so Reischl. Eine Option wäre die Anreicherung mit
"Granderwasser" wie in Berching, wenn dies technisch möglich ist.
Die Abwärme der technischen Anlagen im Kellerbereich könnte man sicher
nutzen, wenn man eine Wärmerückgewinnung in die Be- und Entlüftung,
sowie Heizung einplant, meinte Kreisrat Erwin Ehemann. Mit einer
guten Belüftung wäre auch der Chlorgeruch in der Luft deutlich zu
reduzieren, und würde so zu einer Vorbeugung von Atembeschwerden
führen.
Kreisrätin Christel Neufert legte großen Wert auf das Thema
"telefonische Erreichbarkeit im ganzen Bad". In jedem Winkel des neuen
Bades für den Landkreis muss der zuständige Mitarbeiter jederzeit per
Telefon erreichbar sein. Das bedeutet ausreichend Telefonverbindungen
und Kabel im gesamten Bad.
Ein besonderes Highlight war beim Besuch in Altdorf das Notfallsystem "Poseidon", das der zuständige Bademeister den Kreisräten in Aktion
zeigte. Dies würde die Aufsichtsarbeit des Badpersonals sehr
unterstützen, so Kreisrat Dr. Roland Schlusche.
Die sechs grünen Kreisräte stehen einer synergiefördernden gemeinsamen
Bad-Lösung mit der Stadt Neumarkt sehr aufgeschlossen gegenüber, so
Schlusche. Allerdings muss hierbei ganz klar gesagt werden, dass der
Landkreis finanziell nur für die Pflichtaufgabe "Schulschwimmen" zur
Finanzierung beteiligt werden kann. Alle weiteren Angebote für die
Bürger und die Vereine der Stadt Neumarkt seien auch von der Stadt zu
finanzieren.
Das Berger Hallenbad ist für die Grünen keine Alternative, da ihrer Meinung nach zu viel Zeit für An- und Rückfahrt der Schüler verloren gehe und es umwelttechnisch auch keine gute Lösung sei. Tragisch sei für Berg sicher, dass die Altdorfer Schülerschaft durch den Bau eines eigenen Bades wegfällt, was aber "nicht auf dem Rücken der Neumarkter Schüler ausgetragen werden" dürfe.
10.06.15
"Toleranz schwindet"
NEUMARKT. Der Abgeordnete Jürgen Mistol fordert Unterstützung für die vom Job-Verlust bedrohten US-Army-Beschäftigen in Hohenfels und Grafenwöhr.
Der grüne Landtagsabgeordneter erinnerte mit einer Anfrage an die bayerische Staatsregierung an die versprochene Unterstützung für die Betroffenen.
„Ich begrüße es, dass die bayerische Staatsregierung zu ihrem Wort steht und die Betroffenen unterstützen will,“ so Mistol. Er werde die weiteren Entwicklungen und die angekündigten Unterstützungszusagen zum geplanten Stellenabbau weiter im Auge behalten und hoffe, dass nicht so viele Zivilangestellte von einer Kündigung betroffen sein werden. Die genaue Anzahl der Betroffenen konnte ihm die bayerische Staatsregierung nicht benennen.
„Der US Armee muss aber auch klar sein, das mit dem geplanten Stellenabbau die Toleranz vor Ort in der Bevölkerung gegenüber Übungen und Manövern der US Armee schwindet“, stellt Mistol fest.
16.04.15
"Höhere Priorität"
NEUMARKT. Die „Ökomodellregion Landkreis Neumarkt“ sollte nach Meinung der Grünen eine höhere Priorität erfahren, damit "das Ganze kein Papiertiger bleibt".
In einer Pressemitteilung zum Kreis-Haushalt lobte Fraktionsvorsitzender Dr. Roland Schlusche die Arbeit von Kreiskämmerer Ried und seiner Mitarbeiter im Landratsamt. Man sei Spitze bei der Kreisumlage und sollte auch weiterhin Spitze sein bei Klimaschutz und Ökologie. Der Landkreis müsse seine Vorreiterrolle weiter ausbauen und ein starker Motor für zukunftsorientierte Entwicklungen weit über die Landkreisgrenze hinaus sein, so Schlusche.
Konkrete Schritte beim Bio-Angebot für die Verpflegung in Schulen und im Klinikum müssen rasch auf den Weg gebracht werden, so Kreisrat Erwin Ehemann.
Kreisrat Markus Reischl spricht sich dafür aus, das Elektroauto-Carsharing-Projekt „E-Wald“ nicht nur bei der „Regina GmbH“ anzusiedeln. Der Landkreis habe eine Vorbildfunktion und sollte für einen Umsetzungsschub in den Gemeinden Hilfestellung anbieten, so Reischl.
Positiv sehen die Grünen die geplante Verlagerung des Förderzentrums vom Theo-Betz-Platz zum alten „Gluck-Gelände“. Das wäre ein starkes Signal in Richtung Inklusion, so Kreisrätin Christel Neufert.
Die Grünen stellen sich ausdrücklich hinter die Stellenmehrung in der Ausländerbehörde und im Asylbereich. Bei der derzeit doch recht guten Finanzlage im Landkreis sei das ein wichtiges Signal an die Beschäftigten, aber auch an die Asylbewerber. Gute Beratung brauche seine Zeit, so Kreis- und Stadträtin Sigrid Steinbauer-Erler. Bei den Asylbewerberzahlen sieht Steinbauer-Erler noch Luft nach oben. Man hatte schon rund tausend Asylbewerber im Landreis, derzeit seien es nur etwa 470.
Bei der derzeitigen Bäder-Diskussion fordern die Grünen-Kreisräte die Stadt Neumarkt und den Landkreis auf, einen Konsens über die Kostenaufteilung zu finden, bei dem vor allem die Schüler und die Bürgerschaft die Gewinner sind. Grünes Ziel sei es, dass das Schulschwimmen weiterhin in der Stadt Neumarkt stattfindet. Die Schülerbeförderung soll auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden. Es könne nicht sein, dass Kinder mit dem Bus herumgekarrt werden, nur weil sich Landkreis und Stadt nicht einigen können, so Kreis- und Stadträtin Johanna Stehrenberg.