„Eine Nacht drüber geschlafen“

Der neue Bischof Dr. Dr. Christian Würtz beim ersten Pressegespräch nach seiner Begrüßung in Eichstätt
Foto: Anika Taiber/pde
NEUMARKT. Der neue Eichstätter Bischof Christian Würtz wurde von seiner Ernennung völlig unvorbereitet getroffen, sagte er nach seiner Begrüßung.
Vor seiner eigenen Entscheidung habe er „noch eine Nacht drüber geschlafen“, nachdem ihm der Apostolische Nuntius in Berlin mitgeteilt habe, Papst Leo plane ihn zum Bischof zu ernennen.
„Das entscheidet man nicht so kurz am Telefon, wenn man überhaupt nicht darauf vorbereitet ist“, sagte Würtz bei einem Pressegespräch. Erst nach intensiven Gesprächen und der Ermutigung durch den Nuntius habe er schließlich Ja gesagt.
„Es freut mich sehr, dass der erste Aufschlag gut geglückt ist“, sagte Würtz mit Blick auf den herzlichen Empfang im Bistum. Beeindruckt zeigte er sich von der großen Zahl der Menschen, die zu seiner Vorstellung in den Dom gekommen waren. „Ich muss das alles erstmal auf mich wirken lassen.“ Die Ernennung und die zahlreichen Begegnungen des Tages seien für ihn „alles andere als Routine“, sondern bewegten ihn sehr.
Für seine erste Zeit im Bistum kündigte Würtz an, vor allem zuhören zu wollen. „Das ist das Wichtigste, vor allem in der ersten Zeit: Hören, was die Menschen hier bewegt, welche Sehnsüchte und Hoffnungen sie haben, welche Wünsche und vielleicht Enttäuschungen – alles, was zum Leben gehört.“ Gemeinsam mit den Gläubigen wolle er anschließend Wege suchen, „wie wir gemeinsam das Reich Gottes aufbauen.“
Würtz sprach auch über den Abschied von seiner bisherigen Heimatdiözese Freiburg. „Es wäre ja schlimm, wenn ich sagen würde, zum Glück bin ich endlich dort weg und Hauptsache irgendwo anders hin“, erklärte er. Der Abschied falle ihm schwer, weil er sich dort stets sehr wohlgefühlt habe. Viele gewachsene Beziehungen würden künftig weniger intensiv sein. „Das ist mit einem Abschiedsschmerz verbunden. Aber der Blick geht jetzt nach vorne.“
Mit großer Vorfreude blicke der neue Bischof auf die Begegnungen im Bistum Eichstätt. Um mit den Gläubigen in Kontakt zu kommen, wolle er möglichst viel im gesamten Bistum unterwegs sein. Geplant seien Besuche in den Pfarreien, die Teilnahme an Festen und persönliche Begegnungen. In Eichstätt sei er zum ersten Mal, habe aber bereits im Tagungshaus Hirschberg an Bischofsexerzitien teilgenommen.
pde
12.07.26
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