Begehbares Darmmodell

NEUMARKT. Das Darmzentrum am Neumarkter Klinikum informiert Patienten und alle Interessenten am Sonntag wischen 10 und 16 Uhr in der Eingangshalle an einem "Darmtag" über das Thema "Darmkrebs".

Darmkrebs spielt in der westlich zivilisierten Welt eine herausragende Rolle, in Europa ebenso wie in Deutschland ist er bei Männern und Frauen der zweithäufigste bösartige Tumor. Die Zahl jährlicher Neuerkrankungen in Europa wird auf 370.000 geschätzt, den höchsten Beitrag dazu liefert Deutschland mit etwa 70.000 Neudiagnosen. Es wird geschätzt, dass bundesweit 30.000 Todesopfer jährlich auf den Darmkrebs zurückzuführen sind.

Neben den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sind es insbesondere genetische Faktoren, die zur Entstehung von Darmkrebs beitragen. Eine familiäre Vorbelastung bedeutet ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung. Auch beim Darmkrebs gilt: Je früher man ihn erkennt, desto besser sind die Therapiemöglichkeiten. Die Möglichkeiten der Vorsorge bei Darmerkrankungen sind noch zu wenig in der Bevölkerung bekannt, hieß es. Die Mitglieder des Darmzentrums Neumarkt haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, durch Aufklärung mehr Bürger zur Vorbeugung und entsprechenden Vorsorge-Darmspiegelung zu motivieren.

Der Darmtag soll hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. An mehreren Informationsständen geben Ärzte Auskunft über Vorsorgemöglichkeiten, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Im Konferenzraum des Klinikums finden den ganzen Tag über Vorträge mit Referenten aus dem niedergelassenen und Klinikbereich statt. Führungen durch die Endoskopieabteilung (10.30 und 14.30 Uhr) und Palliativstation (11 und 13.30 Uhr) sowie Operations- und Endoskopiefilme veranschaulichen die theoretischen Ausführungen.

Höhepunkt des Darmtages dürfte aber sicherlich ein begehbares Darmmodell in der Eingangshalle sein. Es zeigt den anatomischen Aufbau dieses Organs. Auf über 10 Meter Länge sind Darmerkrankungen in verschiedenen Stadien dargestellt.

Das Darmzentrum Neumarkt wurde als eines der ersten Darmzentren Deutschlands 2007 erstmals von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Die hohe Behandlungsqualität im DZ-Neumarkt konnte mit einem erfolgreichen Re-Zertifikat vor drei Wochen wieder bestätigt werden. Dabei ist auch die gute Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Behandlung von großer Bedeutung, die sich dann auch in einem Überlebensvorteil für Betroffene bei Behandlung im Darmzentrum widerspiegele, hieß es.
18.05.12
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