Aufopferungsvolle Pflege

NEUMARKT. Landrat Löhner konnte am Montag an zwei Frauen aus dem Landkreis hohe Auszeichnungen überreichen.

Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ging an Schwester Cäcilie (Anna Beer) aus Parsberg und die Pflegemedaille für besondere Verdienste um Pflegebedürftige und behinderte Menschen wurde Rosa Weber aus Neumarkt überreicht. Der feierlichen Überreichung der hohen Auszeichnungen wohnten auch Oberin Schwester Ingrid Spörlein, Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer, MdL Herbert Fischer, Alt-Bürgermeister Willi Gebhard und OB Thomas Thumann bei.

Schwester Cäcilie Beer wurde im Kreis Schwandorf geboren und kam nach der Volksschule in die Klosterschule Mallersdorf, wo sie die Frauenfachschule über den zweiten Bildungsweg mit dem Fachabitur abschloss und danach den berufspädagogischen Dienst begann. Gleichzeitig trat sie 1968 in den Orden der Armen Franziskanerinnen von Mallersdorf ein. Sie unterrichtete bis 1984 an den Ordensschulen (Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Kinderpflege, Realschule, Fachakademie für Sozialpädagogik, Krankenpflegeschule). In der Trägerschaft des Ordens der Mallersdorfer Schwestern übernahm sie 1984 die Leitung des Grundlehrgangs für Hauswirtschaft der Altenpflegeschule St. Joseph in Parsberg und hatte diese bis zum Jahr 1989 inne.

1986 war sie an der Gründung der Altenpflegeschule in Parsberg maßgeblich beteiligt und leitete diese bis zum Jahr 2004. Bereits ein Jahr vor Schließung dieser erfolgreichen Altenpflegeschule in Parsberg übernahm sie den Aufbau und die Leitung der neu errichteten Berufsfachschule für Altenpflege bei den Niederbronner Schwestern im Haus St. Marien in Neumarkt. Sie erklärte sich bereit, zunächst bis zu ihrem 65. Lebensjahr in dieser Position tätig zu sein.

"Wenn von einem überaus starken sozialen Engagement von Schwester Cäcilie gesprochen wird, wird dies sicherlich unterstrichen durch die vielen zusätzlichen Ämter und Aufgaben, die sie neben ihrem unmittelbaren schulischen Bereich übernommen hat", sagte Landrat Albert Löhner bei der Überreichung der Auszeichnung. Schwester Cäcilie habe sich um die Pflegebedürftigen und den Pflegenachwuchs überaus verdient gemacht. Ihr sei es eine Lebensaufgabe, die Persönlichkeit und die Würde des alten Menschen mit seiner persönlichen Lebensgeschichte zu achten und zu schätzen.

Ihren Schülern vermittele sie eine bei allen Pflegeeinrichtungen anerkannte und gelobte qualifizierte und fachkompetente Ausbildung. Es gehe ihr aber ebenso darum, ihren Anvertrauten neben der fachlichen Reife auch die persönliche Reife zu vermitteln. Sie unterstütze ihre Schüler bei der Suche nach einer Praktikumsstelle sowie bei der Arbeitsplatzsuche. Mit den Altenhilfeeinrichtungen und den zuständigen Behörden arbeite sie sehr vertrauensvoll zusammen.

Rosa Weber pflegte von 1985 bis 2002 ihren Mann Richard Weber, der im Jahr 1985 zwei Schlaganfälle erlitten hatte. In dieser Zeit betreute sie ihn rund um die Uhr, da er halbseitig gelähmt war. Die körperliche Anstrengung einen gelähmten Mann täglich mehrmals zu heben, sei Schwerstarbeit, sagte Landrat Löhner.

Im Jahr 2002 erlitt ihr Mann einen weiteren, sehr schweren Schlaganfall, was eine weitere Pflege zu Hause unmöglich machte. Er wurde in einem Pflegeheim untergebracht, wo ihn seine Frau auch weiterhin unermüdlich jeden Tag nachmittags bis abends betreute. Im Oktober 2006 verstarb Richrd Weber.
22.01.07
neumarktonline: Aufopferungsvolle Pflege
Telefon Redaktion


Telefon Redaktion


ISSN 1614-2853
20. Jahrgang
Zur Titelseite Neumarkter Zeitung
ISSN 1614-2853
20. Jahrgang
ISSN 1614-2853
15. Jahrgang