"Von Kindesbeinen an..."












NEUMARKT. Die Sonderausstellung über die Künstlerfamilie Fischer im Stadtmuseum Neumarkt wird noch bis zum 2. Oktober 2005 verlängert.

Unter dem Titel „In die Wiege gelegt“ sind dort anlässlich des einjährigen Bestehens des Museums Lothar Fischer eine Auswahl von Kinderzeichnungen des Künstlers sowie von Werken seiner Eltern, die beide als Kunsterzieher in Neumarkt wirkten, zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung mit Fotos aus dem Familienalbum, die interessante Einblicke in das Leben der Künstlerfamilie und somit auch in die wichtigen und prägenden Jahre der Kindheit und Jugendzeit Lothar Fischers in Neumarkt vermitteln.

Ein Glücksfall ist die erhaltene Sammlung von Kinderzeichnungen Lothar Fischers, dokumentieren sie doch eindrucksvoll die Entwicklung eines Künstlers von Kindesbeinen an. Anhand der ausgestellten Bilder lässt sich schon früh die Begabung und die reiche Vorstellungswelt des kleinen Jungen erkennen. Kolorierte Strichzeichnungen geben Tierfiguren oder eine Zirkusaufführung wieder, stellen verschiedene Berufe dar oder erzählen altbekannte Märchen aber auch das Geschehen des Zweiten Weltkrieges aus der Sicht des Knaben.

Mit welch kritischen Augen hingegen das Kunsterzieher-Elternpaar Fischer das Talent ihres ältesten Sohnes beobachteten, verdeutlicht exemplarisch ein Blatt mit diversen Zeichnungen des Vier- bzw. Fünfjährigen aus den Jahren 1937/38, das der Vater mit fachkundigen Kommentaren versah.

Ohnehin wurden die Kinder nicht nur ständig mit Kunst konfrontiert, sondern auch aktiv in den Schaffensprozess einbezogen und somit nach Kräften gefördert. So existiert zum Beispiel ein Foto, das die Söhne gemeinsam mit dem Vater bei der Arbeit an einer Plastik zeigt. Auch ein Kachelofen, für welchen die einzelnen Tonkacheln mit vielfältigen Figuren von Hand geformt wurden und der sich immer noch im Haus an der Mariahilfstrasse befindet, ist ein Gemeinschaftsprojekt von Vater und Söhnen.

Augenfällig in der Entwicklung der Kinderzeichnungen Lothar Fischers ist die Veränderung, ja gewissermaßen ein Quantensprung im Jahr 1947, als der Junge die kindlichen konturverhafteten Strichzeichnungen aufgab und sich einem am Naturstudium geschulten, körperhaften Stil zuwandte. Mit den Arbeiten des 16-jährigen aus dem Jahre 1949, deren Tiefenräumlichkeit und gekonnter Linienduktus von kommender Meisterschaft zeugen, endet die Auswahl an Werken, die innerhalb von 13 Jahren der Kindheit und Jugendzeit Lothar Fischers entstanden.

Die Ausstellung ist im Stadtmuseum zu den regulären Öffnungszeiten von Mittwoch bis Freitag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen.
02.09.05
neumarktonline: "Von Kindesbeinen an..."
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