Absprache scheiterte

Im Schatten des Eichstätter Doms liefen hemdsärmelige Geschäfte in Höhe von vielen Millionen Euro
Foto: Norbert Staudt/pde
NEUMARKT. Im Prozess um den Finanzskandal im Bistum Eichstätt ist ein Deal gescheitert, der den Angeklagten wohl Gefängnis erspart hätte.
So war vor der Großen Wirtschaftskammer des Landgerichts München II eine Absprache im Gespräch, nach der die zwei Männer gegen Geständnisse mit Bewährungsstrafen davongekommen wären. Doch einer der Angeklagten spielte nicht mit.
Wie
vielfach berichtet hat das Bistum damals zig Millionen in den Sand gesetzt. Der ehemalige Vize-Finanzdirektor des Bistums hat zwischen 2014 und 2016 in hemdsärmelige Immobilienprojekte in Texas und Florida investiert, weil ihm dafür zehn Prozent Rendite versprochen worden sein sollen.
Und das Bistum Eichstätt hatte offenbar auch noch Glück: ein großer Teil des scheinbar verlorenen Geldes konnte man zurückholen. Mit dem amerikanischen Projektentwickler wurde 2022 ein Vergleich mit einem Volumen von 26 Millionen Euro geschlossen.
Im Prozeß in München müssen sich der frühere Finanzmanager des Bistums und der Prozessentwickler aus Norddeutschland verantworten. Ein „Verständigungsvorschlag“, der jetzt bei der Verhandlung die Runde machte, verlangte von den beiden Angeklagten Geständnisse und stellte dafür Bewährungsstrafen von einem Jahr und vier bis acht Monaten in Aussicht.
Der frühere Vize-Finanzdirektor des Bistums legte inzwischen ein Teilgeständnis ab und räumte ein. Schmiergelder erhalten zu haben und die auch nicht versteuert zu haben. Die Anwältin des zweiten Angeklagten lehnte aber das Angebot ab. Man sei durchaus an einer Absprache interessiert, allerdings stecke ihr Mandant noch in anderen rechtlichen Auseinandersetzungen in den USA. Ein Geständnis in München würden wohl seine Position dort schwächen.
In München sollte auch der amerikanische Geschäftspartner des Mannes als Zeuge aussagen. Er erschien allerdings nicht vor Gericht und bleib der Verhandlung unentschuldigt fern.
Das Bistum Eichstätt hat inzwischen durch einen Vergleich 36 der insgesamt 60 Millionen US-Dollar wieder zurückgeholt.
10.06.26
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