Hohen Aufwand beklagt


Die Wirtschaft steht hinter dem Schutz der Umwelt, aber...
Symbolfoto: Pixabay
NEUMARKT. Die Wirtschaft der Region steht zwar „hinter dem Schutz der Umwelt“, hadert aber mit komplexer Regulatorik und wachsendem Dokumentationsaufwand.

Die IHK hat 2025 erstmals die Unternehmensbefragung „IHK-Umweltbarometer“ durchgeführt und wollte damit ein „Stimmungsbild zur aktuellen Umweltpolitik“ einholen.

Die bayerische Auswertung zeige, dass rund ein Drittel der Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die komplexe Umwelt-Regulatorik negativ beeinflusst sieht. Doch „unseren Mitgliedsunternehmen liegt der Umweltschutz am Herzen“, beeilt sich der Hauptgeschäftsführer der oberpfälzer IHK Dr. Jürgen Helmes zu sagen. Es dürfe allerdings nicht sein, dass komplizierte Anforderungen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betriebe negativ beeinflussen.

Für etwa ein Drittel der Unternehmen hat laut Umfrage die Kreislaufwirtschaft – branchen- und größenunabhängig – den größten Einfluss auf ihre Wettbewerbsfähigkeit. Parallel zu den betrieblichen Umweltschutzvorgaben gewinnen die produktspezifischen Anforderungen bei rund 44 Prozent der Betriebe zunehmend mehr Gewicht.

Neben der eigentlichen technischen Umsetzung der Umweltvorgaben stellen Dokumentationspflichten einen großen Bestandteil der Auflagenerfüllung dar. Bei rund einem Viertel der Unternehmen erfordert der Dokumentationsaufwand für die Umwelt-Regulatorik mehr als acht Stunden Zeitaufwand pro Woche. Knapp 90 Prozent der befragten Betriebe sind sich einig: Sie wünschen sich einen Abbau unnötiger bürokratischer Regularien. Die IHK setze sich seit jeher für den Abbau bürokratischer Hürden ein – besonders im Umweltbereich sehe man enormen Bedarf, sagte Helmes.


Als größte Herausforderungen für die Umsetzung der Umweltregularien werden der laufende Aufwand an Sach- und Personalkosten sowie die Vielzahl an Berichtspflichten genannt. Darüber hinaus beanstanden 43 Prozent der Unternehmen die fehlende Planungssicherheit sowie ein Drittel zu lange Genehmigungsverfahren.

Mit dem Abbau bürokratischer Belastungen und einer praxisgerechten Gestaltung der Rahmenbedingungen sei es aber noch nicht getan. „Oft werden europarechtliche Vorgaben in den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich umgesetzt. EU-weit einheitliche Spielregeln würden den Binnenmarkt deutlich stärken und rechtliche Unsicherheiten abbauen“, sagte Tobias Hornauer, Umweltreferent bei der IHK.

Um den Umweltschutz im Betrieb besser voranbringen zu können, fordert rund ein Drittel der Unternehmen einen „einfacheren Zugang zu öffentlichen Fördermitteln“. Auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Umweltbehörden gibt es aus Sicht der Wirtschaft Verbesserungsdarf. Hier sieht rund jedes vierte Unternehmen Herausforderungen aufgrund unzureichender Qualifikation der Behördenvertreter.

neumarktonline-Leser können sich den Umweltbericht hier herunterladen.
18.01.26
neumarktonline: Hohen Aufwand beklagt
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